Altes und Geschichtliches

Quer durch alte Erinnerungen,
zeitlich teilweise bunt durcheinander
Unser erster Hund Kora, unser Schafhütehund,

war der erste familieneigene

Hund meiner Kindheit.

Ich war zehn Jahre alt und

überglücklich, dass uns endlich

ein Hund gehörte. Bis dahin bin

ich ständig mit ,,geborgten"

Hunden umhergezogen.

 

Viele Jahre später . . .

 

 

Sybille, 9 Jahre, mit Klein-Azura

Es war im Jahr 1973, als unser und besonders der Wunsch unserer kleinen
Tochter übergroß wurde, einen Hund zu besitzen. So zog bei uns ein kleines
Hündchen ein, ein Welpe aus der Stadt Brandenburg von einem jungen
Züchter, der seinen ersten Wurf inmitten der Stadt aufgezogen hatte.
Es war die 10 Wochen alte
Airedale Terrier-Hündin Azura von Black Seal.
Die kleine Azura genoss es, aus der Stadt in ländliches Gebiet zu kommen
und sie geriet außer sich vor Begeisterung über soviel Grün, über soviel Freiheit,
dass sie nicht zu bremsen war. Sie hatte nicht einen Tag Heimweh und
schloss sich sofort ganz eng an unsere kleine Familie an.
Auf unsere begeisterten Berichte beim Züchter kam keine Antwort.
Er hatte nach einem weiteren Wurf das Züchten aufgegeben.
Trotzdem: danke für diesen tollen Hund.

*

 

Azuras Vater
Heiko von Abendstern

SchH 3, FH 3, PSH 3
auf dem linken
Foto war er bereits
zehn Jahre alt.

Von Azuras
schöner Mutter
Dornka v. d.
Jakobsburg
gibt es leider kein
Foto mehr.

Heiko war ein äußerst leistungsstarker, freundlicher Rüde. In den meisten der heute
lebenden Airedale Terrier, die aus DDR-Linien stammen, ist er als Urahn, häufig vertreten,
oft sogar mehrmals. Er war HD-frei a und ein V1-Rüde.

 

Johanna Schwarz, genannt Poldi"
Johanna Schwarz, genannt Poldi, auf dem Foto mit
ihrer späteren Hündin Tirana von Chevalier.
Poldi lebte in Potsdam.

Poldi war die Besitzerin und sehr erfolgreiche
Hundeführerin von
Heiko v. Abendstern.

Heiko war ein hervorragender Arbeitshund, lieber
Familienhund und auch ein hervorragender ,,Sänger".
Bei dem Ruf: ,,Heiko singe", begann er zu singen,
was vielen seiner Fans bekannt war.
Heiko war im Sprung über die 1,80 m-Wand ein Kletterer,
wie viele Airedale Terrier. Bei einer SchH 3-Prüfung,
als er gerade dabei war, auf dem Hinsprung die
1,80 m-Wand zu erklimmen und oben angelangt war,
sangen einige Zuschauer von außen im Chor:
,,Heiko singe". Und Heiko sang.
Er blieb auf der 1,80 m-Wand oben halb sitzen
bzw. halb hängen und sein Gejaule erklang einige
Zeit, bevor er seine Übung, das Apportieren und die
weiteren Übungen korrekt fortsetzte.
Dieses Spiel wiederholte sich so einige
Male :-) zur Belustigung der Zuschauer.

+

Unter dem Zwingernamen ,,von Bajazzo" zogen wir 1975
unseren ersten Airedale Terrier-Wurf auf.

Azura von Black Seal
war eine instinktsichere,
hervorragende Mutter,
die ihre Welpen nährte
und pflegte und mit großer
Schärfe gegen jeden
Fremden bewachte.
Sie erzog sie so, dass
es Gebrauchshunde
mit den dazu-
gehörenden Eigenschaften
wurden.
Dabei spielte die
Vererbung natürlich
die größte Rolle.

Mit Azura (HD-frei a) legte ich die SchH 1, SchH 2, SchH III und FH 1, FH 2 und FH 3
sowie die PSH 1 bis 3 (Polizeischutzhundprüfung) ab. Bei der PSH wurde nach
bestandenem Prüfungsablauf eine vermummte Person
ohne Beissarm gestellt,
indem der Hund mit Beißkorb diese schnell fliehende Person einholte, und eindeutig
durch versuchte Anbisse und Ansprünge stellte. Viele Hunde scheiterten an diesem
Prüfungsteil, während Azura schon bei der ersten Probe ohne weiteres diesen
Bereich der PSH erfüllte.
Azura besaß sehr große Schärfe und Härte, war unserer Familie aber treu ergeben
und hätte uns bis zum Äußersten verteidigt.

 

 

Azura, die Wasserrobbe

Azura in der alten Zinkwanne als Wasserrobbe. Sie
tauchte und nutzte auch sonst jede Gelegenheit, in
offenen Gewässern zu baden und zu schwimmen.
Mich selbst wollte sie stets beim gemeinsamen
Baden in tiefen Gewässern ins Flache befördern,
indem sie mich leicht in den Arm biss und in Richtung
Land herausziehen wollte und am liebsten ganz
herausbefördert hätte. Frauchen könnte ja ertrinken. :-D

 

 

Azura beim Klettern über eine Stehleiter. Sie kletterte auch auf
normale Leitern, oft bis auf unseren damaligen Heuboden,
der nur mit einer Leiter zu erreichen war. Herunter konnte sie
aber nicht alleine und musste dann getragen werden. Einmal
stieg sie auch hochtragend hinauf. Wir wickelten sie dann
in eine große Decke und ließen sie vorsichtig herunter, denn
mit dem dicken Babybauch durfte sie nicht gedrückt
werden, was beim Tragen über die Leiter nicht zu vermeiden
gewesen wäre.

 

 


Herbert Stein,
war langähriger
Hauptzuchtwart

für Airedale Terrier
in der DDR.

Er züchtere unter dem
Namen ,,vom Eulenhorst"
erfolgreich Airedale Terrier.
Er legte besonderen Wert
auf den kräfigen Gebrauchs-
hundetyp und auf Leistung,
achtete aber auch auf Einhaltung
des Standards.
Seine Meinung: Wenn man eine gute
Verbindung beim Züchten erreicht
hatte, sollte man dabei bleiben und
keine Experimente eingehen.

Rechts im Bild Horst Nicolai,
Züchter des Airedale Terrier-Zwingers
,,von der Elbaue", der leider an den
Folgen eines Unfalls in jungen
Jahren verstarb.

Das obige Foto entstand am Rande einer Ausstellung. Von Herbert Stein liegen noch einige
handgeschriebene Briefe bei mir in seiner energischen, deutschen Schrift (Sütterlin),
die etwas schwer zu lesen war. Seinen Zwingernamen ,,vom Eulenhorst" hätte er gern an
einen seiner beiden Söhne vererbt, die aber künstlerisch in der Malerei tätig waren und kein
Interesse an der Hundezucht hatten, was er sehr bedauerte.

 

 


Ylko v. Eulenhorst, Foto links, ein Rüde
aus der Zucht von Herbert Stein, dessen
Einsatz als Deckrüde ihm besonders wichtig
war. (Ylkos Besitzer war Horst Nicolai).
Ylko war eine Ost-West-Verbindung
mit gutem Wesen und ein schöner
Vertreter seiner Rasse.

Irgendwie gelang es jemandem, den
Rüden
,,Perro von Schloß Wersau" zu
importieren (Ylkos Vater), der ein sehr
schöner Rüde war, wenn er auch nicht
die Schärfe der üblichen Airedales der
damaligen DDR besaß. Er erreichte auf der
ZZP die 7/2-2, die mindeste Schärfe und
Härte. Trotzdem war es dringend nötig, eine
andere Linie in die so häufigen Inzuchten
wegen der geringen Zuchtbreite mit
einzubringen.

Leider wurde Perro von Schloß Wersau nur
vier Jahre alt und starb zeitig an einer
Krebserkrankung.

Ylko von Eulenhorst sollte der Vater unseres ersten Wurfes werden. So hatte es
uns der Hauptzuchtwart Herbert Stein für unsere Hündin Azura empfohlen.
Er hätte gern eine Verbindung dieser beiden jungen Airedales gesehen. Während
dieser Zeit musste man als Züchter vor einem Deckakt stets die Einwilligung des
Zuchtwartes oder des Hauptzuchtwartes vorlegen, damit der Wurf später ins
Zuchtbuch eingetragen wird. Von Ylko gab es noch keinen Nachwuchs.

Also ging mit Azura die Reise nach Altenau zu Familie Nicolai, wo der Rüde
Ylko von Eulenhorst aus der Zucht Herbert Stein's stand. Er selbst
hatte sich aus Dessau ebenfalls mit dem Zug auf den Weg dorthin begeben,
um das Ganze anzuleiten, waren doch beide Hunde und auch wir, deren
Besitzer, noch völlig unerfahren, wie so eine Hundehochzeit vollzogen wird.
Die Stunden vergingen und Ylko vollbrachte trotz aller Anleitung
das Gewünschte nicht. Wir begannen früh morgens und es wurde Abend,
immer wieder von Pausen unterbrochen, in denen wir das Brautpaar trennten.

Erst später erfuhren wir, dass schon viele andere
Besitzer mit ihren Hündinnen diesen Weg vergeblich gemacht hatten.
Nicht so ganz fair einem Anfänger in der Zucht gegenüber beim ersten Wurf.
Also Ylko deckte nicht und hatte auch noch nie gedeckt, obwohl sich unsere
Hündin Azura sooo um ihn bemühte.

Wir gaben aber noch nicht auf. Zwei Tage später fuhren wir erneut nach
Altenau - diesmal ohne die Anleitung von Herrn Stein. Unsere Hündin stürmte
zu Ylko in den Garten hinein und in wenigen Minuten fand statt, worum sich
schon so viele vergeblich bemüht hatten. Ab jetzt wußte Ylko, wie es geht . . .
Es gab dann noch viel Nachwuchs von ihm.

 

 

Azura auf der Ausstellung. In der DDR durfte man seinen
Airedale nicht ,,aufbauen", ihn nicht berühren und so
stellen, wie er am besten aussieht. Er musste sich selbst
stellen, ob er dabei vorteilhaft oder ungünstig aussah..
Der Hund wurde auch vom Richter nicht berührt und
abgefühlt. Beim Kontrollieren des Gebisses öffnete der
Besitzer den Fang und der Richter schaute dann hinein.
Jeder Zahn war wichtig und auch ein M3-Verlust wurde
mit bewertet. Azura wurde mit einer Ausnahme immer mit
Vorzüglich bewertet. Sie war u.a. Bezirkssiegerin von
Dresden, und Siegerin der Ostseewoche (Rostock).

Ein agressiver Hund wurde nicht disqualifiziert. Jeder Hund,
der ein ,,V" erhielt, bekam eine blaue Kordel um den Hals,
bei Sg eine rote Kordel. Das gelbe Band gab es beim
Formwert ,,Gut", was natürlich fast niemand zur Schau
trug. Richter war hier auf dem Foto Hajo Selle.

* * * * * * * * * * * * * * * * *

Azura von Black Seal 1974 im
Alter von einem Jahr.

Ein Airedale Terrier muss getrimmt
werden aber wie
? Es gab keine Anleitung
und keine Hlfe und kein Material dazu.
Airedale- und Welsh Terrier-Besitzer
waren zu alt oder zu krank und
wohnten zu weit entfernt,
um mir zu helfen.
Funktionen der Rasse in
unserem Bezirk waren nicht besetzt.

So ging ich anfangs mit Azura in einen
Hundesalon, wo man sie abschor,
Bart und Augenbrauen stark kürzte
sowie auch das Beinhaar.
Sie sah fürchterlich aus !!!
Also begann ich selbst zu trimmen
mit einem abgeschnittenen, als Griff
mit Lenkerband umwickelten
Eisensägeblatt.
Durch Kritiken und Hinweise auf
Ausstellungen wurde mein Trimming
immer besser, ich lernte, wie man
einen Airedale richtig vorstellt usw.
Es wurden stets zahlreiche
Airedale Terrier in allen Klassen
ausgestellt.
Jeder einzelne Hund wurde
ausführlich und laut bewertet und
beschrieben und auch platziert.
Man lernte so als Zuschauer
die Rasse nach Standard zu beurteilen,
Vorzüge und Fehler zu erkennen.
Zahlreiche Zuschauer besuchten
begeistert diese Ausstellungen und
es drängten sich die Menschen um
die Ringe, um zu hören, wie jeder
Airedale Terrier beschrieben und
platziert wurde. Ausstellungen waren
ein Ereignis für Hunde- und Tierfreunde.

 

*

Plauderei am Rande der Ausstellung. Zelte, Trimmtische usw.
brachte keiner mit, anfangs nicht einmal einen Stuhl. Alles fand im
Freien statt. Für die Richter gab es einen Sonnenschirm, einen
Tisch mit Stühlen für den Ringschreiber und den Richter.
Die Hunde wurden an Pfählen oder am Rand in Sträuchern
im Schatten angebunden, bis sie an der Reihe waren.
Auf dem
Foto von links: unsere Tochter Sybille, Cornelia
Neugebauer und ich, Ilse Erfurth. Im Hintergrund ist
Aja von Black Seal, die Wurfschwester unserer Azura zu
sehen. Aja besaß fast ebenso viel Schärfe wie Azura und
biss auch privat schnell einmal zu, nicht nur in den Beissarm
und ihre jugendliche Besitzerin musste oft Hosen und Jacken
üsw. ersetzen, da sie zu sorglos mit diesem Hund umging.
Aja war eine gute Arbeitshündin.

* * *

Zurückgeschaut:

Azura und Aja von Black Seal waren, wie schon erwähnt, Wurfschwestern.
Darum kam damals Ajas jugendliche Besitzerin
Cornelia auf uns zu. Schnell
machten wir uns bekannt. Es dauerte nicht lange und wir bekamen zu Hause
Besuch. Conni, 16 Jahre alt, hatte Ferien. Eines Tages stand sie mit Airedale
Aja an der Leine und nur einem Bikini im Gepäck sowie einer Rück-
fahrkarte nach Brandenburg vor unserer Tür. Es wurde eine lustige
und ziemlich verrückte Woche. Aber es machte auch Spaß, besonders
unserer
zehnjährigen Tochter. Es blieb nicht nur bei diesem einen Sommer-
besuch.
Conni überredete unsere sonst sehr vernünftige und schon pflichtbewußte
Tochter zu abenteuerlichen Dingen. So unternahmen beide während
meiner kurzen Abwesenheit mit Azura und Aja, unserem einjährigen, sehr
lebhaften und schon kräftigen Rüden Amigo sowie den letzten drei Welpen
unseres B-Wurfes (die Hündin Biggi von Bajazzo ist von Conni damals als
Welpe gekauft worden) im Alter von neun Wochen einen Waldspaziergang (!).
Es gelang mir noch, diese Wanderung abzukürzen.
Die kleinen Airedale Terrier-Welpen marschierten brav und tapfer hinterher
und auch wieder nach Hause. . . . alle ohne Leine und Halsband.

Heute ist Frau Menge-Neugebauer, wie Conni jetzt mit vollem Namen heisst,
selbst Züchterin von Airedale Terriern und wir haben noch oft Kontakt
miteinander.

 

 

Dr. Manfried Scheffler (erfolgreicher Züchter des
Airedale Terrier-Zwingers ,,von Morgenstern") während
einer
ZTP und Nachzuchtbeurteilung (NZB) in Petershagen.
Auf dem obigen Foto wird ein Airedale Terrier zur ZTP
gemessen (Größe, Länge und Brusttiefe), wie das damals
üblich war. Neben dem Messen und Beurteilen waren zur
Zuchttauglichkeitsprüfung (ZTP) zwei Anbisse in einen
Beissarm erforderlich, einmal von hinten als Flucht, einmal
frontal als ,,Stirnangriff". Der Hund wurde losgelassen, wenn
sich der Helfer mit dem Arm in einer Entfernung von 70 m befand.

Wir waren dort mit unserer einjährigen Azura zur Nachzucht-
beurteilung, was für uns der allererste Besuch einer züchterischen
Veranstaltung war. ,,. . . endlich mal ein Hund mit vernünftigen Ohren . . . "
höre ich es noch wie heute.
Vom Kleben der Ohren hatte ich bis dahin noch nie etwas gehört
und es war damals auch verboten. Es war ein hoch aus der
Muschel getragenes Ohr ohne Falten erwünscht, wie Azura sie trug.

 

Eine Nachzuchtbeurteilung bedeutete für die Züchter Information,
wie jeder Rüde vererbte, welche Vorzüge und welche Mängel bei seinen
Nachkommen verstärkt auftraten. Es wurde ausgewertet und in Messwertziffern
erfasst und veröffentlicht. Allein das äußere Erscheinungsbild eines Zuchttieres
allein sagt bekanntlich nicht viel über dessen Vererbung aus.

Das half bei der Auswahl zur eigenen Zucht. Allerdings durften die Züchter nicht
völlig selbst entscheiden, welchen Rüden sie zur Zucht einsetzten.
Es musste zuvor die Genehmigung des zuständigen Zuchtwartes (Beratung)
vorliegen. Wenn man selbst Zuchtwart war, entfiel das Einholen einer Genehmigung.

 

* * * * * *

 

Der Vater unseres G-Wurfes, der damalige Leistungs-
und Ausstellungsrüde,
Veto von Morgenstern (rechts).
Links neben ihm ist der noch jugendliche
Golf von
Morgenstern zu sehen. Die Fahrt dorthin über 400 km
schien endlos und fast unmöglich zu sein, es türmten
sich die Schneemassen auf den Straßen und die weiße
Pracht fiel weiterhin pausenlos vom Himmel. Der
Winterdienst mit Schneefräsen und weiterer Technik
kam trotz starkem Einsatz fast nicht mehr voran -
wir leider auch nicht. :-(

 

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Amigo von Bajazzo

Am Ostersonnabend des Jahres 1975
brachte unsere Airedale Terrier-Hündin
Azura von Black Seal ihren ersten Wurf zur
Welt. Es waren drei Rüden und zwei
Hündinnen: Amigo, Andy, Azzo, Aendy, Asja.
Amigo blieb bei uns. Aus den 270 g bei seiner
Geburt wurde rasch ein kräftiger, stattlicher
großer, temperamentvoller Rüde. Er sollte der
Sportrüde unserer elfjährigen Tochter Sybille
werden. Sollte, so wünschte sie es sich so sehr.

 

Warum wir gerade Amigo bei uns behielten ?

Als junger Züchter behält man sich eigentlich anfangs eine Hündin aus einem Wurf.
So wollte ich es auch. Der Welpe
Amigo hatte aber einen ganz besonderen Charme und unsere
Tochter schleppte ihn den ganzen Tag umher, mein Mann hatte sich ebenfalls in ihn verliebt und
mir hatte er es auch angetan. Es gab da neben zwei Hündinnen noch zwei weitere Rüden und der
eine davon war
Andy von Bajazzo. Dieser tolle Welpe war noch härter im Haar und intensiver in
der Farbe, etwas kleiner, noch etwas kürzer, die Ohren waren kleiner, er versprach ein ganz
toller Airedale zu werden. Andy brauchte zwar auch seine Streicheleinheiten, besaß aber unabhängig
davon schon als Welpe eine extreme Schärfe, so dass er für ein Kind weniger geeignet war.

Als Lieblingssohn seiner Mutter Azura erzog diese ihn auf Ihre Art und förderte durch sehr
intensive Spiele diese Eigenschaft weiterhin.

Unser A-Wurf war der erste Wurf nach dem Rüden Ylko von Eulenhorst. Um diesen Wurf zu
besichtigen kam der Hauptzuchtwart Herr Stein persönlich aus Dessau mit dem Zug angereist.
Er war von diesem Wurf begeistert und riet uns ebenfalls, Amigo zu behalten, was wir nie bereuten.

 

Amigo wuchs sehr rasch heran. Sein Temperament, seine Kraft machten es unserer
elfjährigen Tochter bald unmöglich, ihn auszubilden. Mit großer Begeisterung ging sie zwar
regelmäßig und ausdauernd auf den Hundeplatz. Ein Kind wächst, ein Hund wächst schneller.
Amigo wurde ein schöner, großer, schmusiger Rüde, brachte Schärfe, Härte und eine gute Nase
mit und Temperament für drei, alles beste Eigenschaften für einen guten Gebrauchshund.
So musste ich ständig mithelfen, bis ich mit
Mingo, so nannten wir ihn meistens, einen weiteren
Arbeitshund führte, mit dem es sich ebenfalls lohnte, zu arbeiten. Azura wurde auch weiterhin von
mir ausgebildet. Sie war zwar die erklärte Freundin und Beschützerin unserer Tochter.
sie ordnete sich aber einem Kind bei der Übung auf dem Hundeplatz nicht so unter, wie
dazu nötig. Sie waren im Rang gleich.
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Die Liebe unserer
Tochter zu Airedales blieb und heute lebt der Rüde
Sheriff vom Erfurther Hof in ihrer Familie.
Als Kind fehlte sie damals nach wie vor bei keiner Übungsstunde auf dem Hundeplatz
und es kam die Zeit, dass auch sie groß genug war, einen Airedale auszubilden.

 

 

Amigo von Bajazzo auf einer Ausstellung, wo er
erfolgreich mit V1 bewertet wurde. Er ähnelte sehr
seinem Vater Ylko von Eulenhorst.


Die Klassen bei Ausstellungen waren meistens stark
besetzt. So liefen z.B. 1978 in Leipzig auf der DDR-Sieger-
ausstellung 16 Rüden in der Jugendklasse und vier
Rüden in der Junghundeklasse um den Klassensieg.
In der Gebrauchshundeklasse waren neun Airedale Terrier
gemeldet.

     

Es mussten nach der Standbeurteilung viele
Runden gelaufen werden und Kondition war gefragt.
Ein ,,Vorzüglich" wurde selten vergeben und ein ,,Sg"
bedeutete auch ,,sehr gut" und erfreute seinen Besitzer.

 


Ein Foto aus der Zeitschrift ,,Der Hund"
im Jahr 1977.
Amigo von Bajazzo wurde
mit V1 Bezirkssieger von Dresden.
Dazu musste der
Airedale Terrier eine SchH-Prüfung bestanden
haben, was auch Bedingung für einen Rüden
für die Zucht war. In späteren Jahren musste
auch die Hündin mindestens eine bestandene
Prüfung vorweisen, eine FH- oder SchH-Prüfung.

Bei der FH (Fährtenhund-Prüfung) wurde während des
Suchens zweimal geschossen, wobei sich der Hund nicht
beeindruckt zeigen durfte. Er musste außerdem auf dem
Übungsplatz eine Unterordnung vorführen mit Wandsprung
usw., nur Apportieren war nicht erforderlich.
Es gehörte ebenfalls Schutzdienst dazu. Hier war kein
Revieren notwendig. Es mussten zwei kräftige
Anbisse erfolgen, einmal als Überfall aus einem Versteck,
einmal als lange Flucht. Gehorsamkeit war dabei wichtig.

Mit Amigo legte ich bis zu seinem vollendeten dritten
Lebensjahr die SchH 1 bis 3 und die FH 1 bis 3 ab.
Später kam noch die PSH (Polizeischutzhundprüfung)
dazu, die man aber nur bei der Polizei ablegen konnte.

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Prüfungen und Vergleichskämpfe

In unserem Hundesportverein fanden regelmäßig Schutzhund- und Fährtenhundprüfungen
statt. Es gab Wettkämpfe auf Kreisebene,
Kreisbestenermittlungen und Kreismeisterschaften.
Anfangs nahm ich mit zwei Airedales daran teil, mit Azura und Amigo. Die Erfahrung wuchs
und damit der Erfolg und oft konnte ich einen Sieg mit nach Hause nehmen. Am Start waren
vorwiegend Deutsche Schäferhunde, Rottweiler, Riesenschnauzer und Dobermänner. Viele
Jahre war ich als einzige Frau dabei und auch die Einzige, die Airedales führte. Es herrschte
eine sehr gute Kameradschaft unter uns Sportfreunden, es war ein wunderbares Arbeitsklima.

Immer mit dabei mein Mann, der Fährten legte, den Hund versorgte, der gerade nicht an der Reihe
war . . . der mir in jeder Hinsicht behilflich war. Selbst einen Hund zu führen lehnte er zu dieser
Zeit ab. Ebenfalls im Schlepptau unsere Tochter, die nach wie vor begeistert vom Hundesport
und der Hundezucht war.

Das obige Foto entstand nach einem Wettkampf in einer späteren Zeit, als unsere Tochter
(hinten rechts) als Jugendliche wie auch ihre Freundin (hinten links) jeweils mit einem AT wie auch
ich, vorn als Zweite von rechts daran teilnahm.

 

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Wettkämpfe und Meisterschaften

Wettkämpfe und Meisterschaften auf höherer Ebene wurden stets feierlich
veranstaltet mit Blaskapellen, Bergmannskapellen oder einem Tamberchor,
mit Einmärschen und Ansprachen. Teilweise war auch unser Hundesportverein
in unserem Wohnort Veranstalter z. B. für Bezirksmeisterschaften wie auch für
die Jugend-DDR-Meisterschaft.
So wurde auch der Vergleichskampf mit der BDVP (Bezirksdirektion der
Deutschen Volkdpolizei), Abt. Strafvollzug von unserem Verein organisiert
(siehe hier unten):

 

 

Einmal traten wir Hundesportler des Bezirkes
Cottbus zum Wettkampf gegen die Hundestaffel
des Strafvollzugs Cottbus an.
Als Mannschaft
hatten wir knapp verloren, mit
Amigo von Bajazzo
konnte ich aber den Einzelsieg erringen. Der fast
dreiährige Amigo arbeitete inzwischen sehr
zuverlässig. Eine gute Fährte mit oft voller
Punktzahl sind die Grundlage, um ganz an der
Spitze mitreden zu können.
Amigos manchmal etwas rüpelhaftes Verhalten
anderen Rüden gegenüber legte er am Eingang zum Stadion ab.

 

 

Der Klettersprung über die 1,80-m-Steil-Wand waren
für Amigo bis zum Alter von über zehn Jahren kein Problem,
woran oft andere Hunde, besonders schwere Rassen wie
Rottweiler, scheiterten. Er hing die Vorderpfoten ein, der
,,Rest" kletterte hinterher. Diese Übung stellte höchste
Anforderung an die Gelenke eines Hundes. Diese Übung
gibt es heute nicht mehr in der Prüfungsordnung, was
für die Gesunderhaltung des Tieres zu begrüßen ist.
Belastend war besonders der Aufsprung nach dem
Überwinden der Wand, noch dazu mit dem Bringholz.

Amigo kroch auch sauber die damals geforderten zehn Meter,
was vielen Hunden ebenfalls schwerfiel und auch belastend
für die Gelenke war.
Er hatte später trotzdem anatomisch im Alter von über zwölf
Jahren keine Probleme trotz der früheren Belastung im
Hundesport.

Diese Sprungübungen führte ich mit ihm nicht wöchentlich
durch, nicht mehr als nötig.

 

 

Amigo brachte stets zuverlässig alle Übungen, ob in der
Fährte, in der Unterordnung oder im Schutzdienst und spielte
erst wieder den lustigen Clown mit tausend Airedale-Streichen,
wenn der ,,Amtliche Teil" vorbei war.

Es heißt ja schließlich: Dienst ist Dienst und . . . :D

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Hallo, das ist Andy . . .

Eines Tages klingelte es an unserer Haustür . . .
Davor stand eine junge Frau mit einem sehr
schönen Airedale Terrier. Es war
Andy von Bajazzo,
Amigos Wurfbruder. Monika, so hieß die junge Frau,
hatte Andy von dem älteren Ehepaar gekauft, das ihn als
Welpe von uns erhalten hatte. Dieses Ehepaar kam mit
seinem Temperament und mit seinen starken
Gebrauchshundeeigenschaften nicht zurecht.

Monika war eine sehr erfahrene Hundesportlerin . . .
nur trimmen konnte sie nicht. So trimmte ich Andy und
zeigte es ihr oft, bis sie es erlernte. Sie gab mir
weitere Tipps, was das Ausbilden betraf.
Andy lernte schnell und korrekt. Wir hatten gemeinsam
sehr viele schöne Erlebnisse und Erfolge, ebenso
erfolgreich war das gemeinsame Ausstellen unserer
Rüden, stets in verschiedenen Klassen.

 

Mit Monika waren wir beide immer in Begleitung unserer
Familien, die uns unterstützten:
jeweils mit Ehemann und Tochter. Monikas Töchterchen
brauchte anfangs allerdings noch den Kinderwagen.

 

Durch Monika bekamen wir Verbindung zu der Hundestaffel der Polizei.
Nur dort war es möglich, die PSH (Polizeischutzhundprüfung) abzulegen,
die Andy von Bajazzo, Azura von Black Seal und auch Amigo bestanden.


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Festlicher Einmarsch in Neupetershain

Einmarsch zu einer Bezirksmeisterschaft in Neupetershain. Fahnen und eine
Musikkapelle gehörten wie stets dazu.

 

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Monika Klaus mit Andy von Bajazzo Ilse Erfurth mit Amigo von Bajazzo

Auf den obigen Fotos nahmen wir gemeinsam erfolgreich an einer Bezirksmeisterschaft
teil. Links Monika mit
Andy von Bajazzo, der von vorn ins ,,Fuß" springt. Rechtes Foto:
ich mit
Amigo von Bajazzo beim Werfen des Bringholzes zum Apportieren. Als Richter
waren Dr. Schlegel aus Schlieben und Herr Dornbusch aus Chemnitz (damals Karl-Marx-
Stadt) eingesetzt worden. Amigo war stark in der Fährte und UO und brachte einen
guten und sauberen Anbiss. Andy hatte im Schutzdienst so viel Tempo und Schwung,
dass er den Scheintäter (Helfer) bei der langen Flucht oft zu Boden riss zur Freude der Zuschauer.

 

Unsere schöne gemeinsame, erfolgreiche sportliche Zeit mit Monika wurde eines Tages jäh beendet.
Durch einen tragischen Ungkücksfall zerbrach ihr ganzes Leben. Sie verlies die DDR (Ausreiseantrag).
Nur den Airedale Andy nahm sie mit in die BRD. Anfangs kamen noch ein paar spärliche Briefe.

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In der DDR suchte die Polizei ständig geeignete Hunde
der Dienst- und Gebrauchshunde-Rassen. Am liebsten
nahmen sie bereits ausgebildete Hunde von Hundesportlern,
die gesund und geeignet waren. Für den Airedale hatten
sie ein Foto von Amigo von Bajazzo für ihr großes Plakat gewählt
(auf seiner Plakette unser Familienname), welches auf Hunde-
plätzen, bei Tierärzten usw. ausgehangen war. Ich selbst hätte aber
niemals einen unserer Airedales an die Polizei abgegeben, dazu
hatten wir eine viel zu große Bindung zu unseren Hunden.
Vorwiegend führte die Polizei aber die Rasse Deutscher Schäferhund.

 

 

Wieso Condor zu uns zurückkam

Wir hatten es uns zur Gewohnheit gemacht, wenn unsere Welpen
verkauft waren, diese nach einiger Zeit in ihrem neuen Zuhause
zu besuchen. Viele wurden auch von ihren Besitzern bei uns zu Hause wieder
vorgestellt.
Wir wollten sehen, wie sie sich entwickelt hatten und vor allem auch,
wie sie untergebracht waren usw. Das fiel meistens zu unser Zufriedenheit aus.
In einem Ort waren
Cobold und Condor von Bajazzo (geb. 1977) zu Hause.
Bei Cobold war alles bestens.
Zu unserem Entsetzen fanden wir
Condor als Kettenhund (!!!) wieder.
Er hatte wohl, seit dem er von uns fort war, noch nie eine Bürste gesehen.
Etwa sechs Monate alt, kannte er weder seinen Namen noch den, auf den
er umgetauft worden war. Er war total ohne Kontakt aufgezogen worden,
völlig roh, kam fast nie von seiner Hütte los, seine Nahrung war Mittagbrot.

Es vergingen noch 14 Tage, in denen wir uns mit verschiedenen Mitteln und
Gesprächen bemühten, ihn von dort zu befreien, bis wir ihn schließlich
zurückkaufen konnten. Unsere Absicht war es, ihn in gute Hände zu vermitteln,
da wir schon mit Amigo, einen Rüden mit sehr viel Temperament besaßen.


Wir hatten aber nicht mit unserer Tochter, inzwischen 13 Jahre alt,
gerechnet. Sie kämpfte mit einer Hartnäckigkeit darum, diesen Hund zu behalten.
. . . So hatten wir schließlich zwei Airedale Terrier-Rüden und eine Hündin
und wir und unsere Tochter in Condor einem Schmuser und gleichzeitig endlich einen Arbeitshund.

Condor von Bajazzo

Condor von Bajazzo, geb. 1977
(Vater: Bill von Morgenstern, SchH 1,
Mutter: Azura von Black Seal, SchH 3, FH 3, PSH 3).


Condor, von seinem verfilzten Fell teils durch Schneiden,
teils durch Trimmen befreit, hatte sich aus einem verwahrlosten
Wollkneuel in einen sehr schönen Airedale verwandelt von
richtiger Größe mit korrekten Ohren- und weiteren Vorzügen.

Auf Ausstellungen dann sehr erfolgreich, erreichte er zehnmal den
Titel ,,Bezirkssieger".

 

 

 

Condor beim Schutzdienst. Mit Unterstützung und Anleitung
kam unsere Tochter Sybille recht schnell mit ihm voran,
besonders im Schutzdienst, was seine Stärke war. Condor
begriff ebenfalls schnell die Übungen der Unterordnung, spielte
dabei aber gern mal den Clown und war mit seinem festen
Wesen und seinem lustigen Dickkopf schon eine Aufgabe für
ein 14- bis 15-jähriges Mädchen. Die Lücke der Prägung, die
schlimme Zeit seines ersten halben Lebensjahres hatte er ganz
schnell überwunden. Er schloss sich unserer Familie ganz eng an.
Er bestand die
SchH 1, SchH 2 und SchH 3, ebenso die FH 1 bis FH 3.

Airedales sind klug, die meisten Airedales machen gern Streiche.
Condor hatte rasch gemerkt, wenn bei der Prüfungen dort ein
Mensch mit einem weißen Heft in der Hand mitten auf dem Hundeplatz
steht und schreibt, hat man Narrenfreiheit und es gibt Späße, die
keiner korrigiert. So stand dann in Zukunft auch beim Üben ein
Zettelschreiber auf dem Platz und es ging seinen Gang. Ausgetrickst !

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Bezirksmeisterschaft und Bezirksjugendmeisterschaft
in der Spreewaldstadt Lübbenau im Jahr 1980

 

Feierliche Eröffnung und Vereidigung. Es wurden meistens Deutsche
Schäferhnde vorgeführt, aber auch Rottweiler, Riesenschnauzer und ein
(mein) Airedale Terrier Amigo.
Alle Hunde mussten eine Ahnentafel besitzen. Auch bei
normalen Prüfungen durften
anfangs nur Hunde mit Papieren starten. Später war es auch Hunden ohne Papiere
erlaubt, eine Prüfung abzulegen, wenn die erforderliche Zahl der Teilnehmer
bereits ohne diese erreicht war.

 

Mein Erfolg: Ich wurde mit Amigo Bezirksmeister

Siegerehrung. Als einzige Frau bei den Erwachsenen am Start und noch dazu mit dem
einzigen Airedale Terrier konnte ich es am Ende kaum glauben, den Sieg errungen zu haben.
Gratulation in Spreewäldertracht, denn Lübbenau liegt mitten im Spreewald. Linkes Foto: Silber-
Gold- und Bronzemedaillen.
Amigo von Bajazzo (fünf Jahre) war ein zuverlässiger Arbeitshund
in allen drei Disziplinen. Bei früheren Wettkämpfen biss er gern einmal im Versteck an, das
hatten wir in den Griff bekommen. Bei sportlichen Veranstaltungen im Hundesport war der
Trainingsanzug das geforderte Kleidungsstück.

 

 

 

Ausmarsch wie auch der Einmarsch erfolgte immer mit Musik mit einer Blaskapelle
oder einem Spielmannszug. Für mich war das ein schönes Gefühl mit der Goldmedaille
an Amigos Hals.

 


Bezirksmeisterschaft der Jugendlichen 1980
in Lübbenau

Feierliche Eröffnung. Bei den Jugendlichen gab es bereits einige Mädchen,
die Gefallen am Hundesport gefunden hatten und sich qualifizieren konnten.
Hier waren neben Schäferhunden und Rottweilern zwei Airedale-Terrier
dabei. Start-Nr. 6 trug unsere Tochter
Sybille, sie führte unseren
Airedale-Terrier-Rüden
Condor von Bajazzo, rechts neben ihr ihre Freundin
Simone Finger, die ihren
Airedale Bubi von Bajazzo vorführte.

 

 

Condor von Bajazzo beim Schutzdienst

Condor von Bajazzo beim Schutzdienst. Jugend-Bezirks-
meisterschaft 1980. Das Beißen klappte, das war seine Stärke.
Condor konnte auch eine tolle Leinenführigkeit und Freifolge mit
ganz flotten Wendungen und beherrschte alle geforderten Übungen.
Trotzdem war er immer für eine Spaßeinlage zu haben, besonders
an solchen besonderen Tagen, wo die ,,Männer mit dem Zettel" (Richter)
auf dem Platz standen und viele Menschen zusahen. Der kluge Schelm
wusste, heute ist ein bisschen Narrenfreiheit. Heute gibt`s keine
Zurechtweisung. So blieb der ganz große Erfolg aus.

 

 

 

Sybille mit Condor von Bajazzo

Sybille Erfurth mit Condor von Bajazzo bei der BM 1980 bei
einer weiteren Übung im Schutzdienst (Überfall). Mit der Beissleistung
war alles super, auch die Fährtenarbeit war recht gut. Zu allen Übungen
gehört aber auch Gehorsamkeit. Da war so ein wesensstarker Rüde
mit viel Trieb eine schwere Aufgabe für eine Jugendliche bei ihrem
ersten Start auf Bezirksebene. Bestanden? Ja. Aber auf einem der
hinteren Plätze. Der Clown Condor sorgte gern für Heiterkeit.
Trotzdem war schon die Teilnahme allein an einer Jugend-BM ein
Erfolg, musste sich doch jeder Starter zuvor dazu qualifizieren, was
nicht vielen gelang.

 

 

Simone mit Bubi von Bajazzo

Simone Finger mit Bubi von Bajazzo. Auch hier war die
reine Beissleistung die beste Kür. Es war schwer für ein 15-jähriges
Mädchen, diesen temperamentvollen Rüden auf fremdem Sportplatz
unter erschwerten Bedingungen korrekt vorzuführen.
Bubi war wie auch Condor ein sehr schöner Rüde im Standard,
auf Ausstellungen liefen sie immer ganz vorn. Für Schönheit gab es aber
bei einer Meisterschaft keine Punkte. Trotzdem: bestanden, aber im hinteren
Bereich. Umso lauter protestierte dann Bubi beim Ausmarsch und bei
der Siegerehrung mit Gebell und Condor unterstützte ihn dabei,
waren sie doch schließlich Freunde. Aller Anfang ist eben schwer.

Trotzdem war die erfolgreiche Teilnahme von drei Airedales aus
unserer noch ganz jungen Zucht bei einer Meisterschaft ein schöner Erfolg.
A -Wurf= Amigo, B-Wurf = Bubi und C-Wurf = Condor von Bajazzo.
Im Jahr zuvor war noch
Andy von Bajazzo mit am Start.

 

Das Startbuch:

In der DDR bekam jeder Rassehund ein sogenanntes ,,Startbuch".
Es war ähnlich
wie bei uns Menschen ,,Der Versicherungsausweis",
in dem auch alles eingetragen wurde wie Arbeitsverhältnis, Krankheiten,
Krankschreibungen, Lohnzahlungen, Zusatzversicherungen,
Zahnbehandlungen und weitere medizinische Behandlungen,
Impfungen . . . was im Zeitalter ohne Computer ideal war.
Man hatte alles zusammen.

Im Startbuch für den Hund hatte man auch alles zusammen.
Es wurde nur einmalig ausgestellt. Dort hinein kamen neben
den ,,Personalien für den Hund" alle abgelegten (auch die durch-
gefallenen) Prüfungen, Ausstellungsergebnisse, Impfungen,
ZTP und Körungen, Geburten bei Hündinnen. Das war eine sehr
gute Einrichtung.

 

 

wird fortgesetzt.

 

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(Wird fortgesetzt)